Bewegungsmelder anschließen
Ein Bewegungsmelder ersetzt den Schalter und schaltet das Licht über einen Sensor (PIR). Er hat drei bis vier Anschlüsse: Außenleiter L (Dauerphase), die geschaltete Phase zur Leuchte, oft Neutralleiter N und PE. Viele Modelle brauchen den N — ältere „Zweidraht"-Melder kommen ohne aus. Vor jedem Handgriff gelten die fünf Sicherheitsregeln.
Du arbeitest an der Hausinstallation. Halte die fünf Sicherheitsregeln in genau dieser Reihenfolge ein:
- 1Freischalten — Sicherung raus bzw. Leitungsschutzschalter aus
- 2Gegen Wiedereinschalten sichern — Klebeband und Hinweis am Verteiler
- 3Spannungsfreiheit feststellen — mit zweipoligem Spannungsprüfer, nie mit dem Phasenprüfer-Schraubendreher
- 4Erden und kurzschliessen — bei Hausinstallationen i. d. R. entbehrlich
- 5Benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken
Werkzeug & Material
- Zweipoliger Spannungsprüfer — Pflicht
- Schraubendreher-Satz — isoliert
- Bewegungsmelder — Innen/Außen, mit/ohne N
PIR oder HF — welcher Sensor?
Bewegungsmelder gibt es mit zwei Sensorprinzipien, die sich deutlich unterscheiden:
- PIR (Passiv-Infrarot) — reagiert auf Wärmebewegung. Der Standard für außen und für Flure. Braucht „Sichtkontakt" und reagiert am besten auf Bewegung quer zum Sensor. Günstig und stromsparend.
- HF/Radar (Hochfrequenz) — sendet Funkwellen und erkennt Bewegung auch durch dünne Wände, Glas oder Türen hindurch. Ideal für Kellerflure und verwinkelte Räume, kann aber bei zu hoher Empfindlichkeit auch Nachbarräume erfassen.
Unterschied zum Präsenzmelder
Ein einfacher Bewegungsmelder braucht echte Bewegung. Ein Präsenzmelder ist feiner und erkennt auch kleinste Bewegungen (Tippen am Schreibtisch) — die bessere Wahl für Büro und Bad, wo man sich kaum bewegt.
Zwei- oder Dreidraht-Anschluss?
Das ist die entscheidende Frage vor dem Kauf
- Dreidraht-Melder brauchen Außenleiter (L), Neutralleiter (N) und die geschaltete Phase. Sie schalten sauber und sind mit LED-Lasten unproblematisch — die empfohlene Variante, wenn ein N in der Dose liegt.
- Zweidraht-Melder kommen ohne N aus (Ersatz eines simplen Schalters), ziehen ihren Betriebsstrom aber über die Last. Bei modernen LED-Leuchten führt das oft zu Nachglimmen oder Flackern.
Deshalb gilt
Erst im freigeschalteten Zustand nachsehen, ob ein Neutralleiter (blau) in der Schalterdose vorhanden ist. Ist er da, einen Dreidraht-Melder wählen — das erspart die meisten Probleme.
Schritt für Schritt
Ein Bewegungsmelder ersetzt den Lichtschalter und schaltet automatisch über einen Infrarot-Sensor. Die Schritte sind als „verstehen und vorbereiten" gedacht — die Ausführung an der festen 230-V-Installation gehört in die Hand einer Elektrofachkraft, und wer selbst arbeitet, hält die fünf Sicherheitsregeln ein.
Fünf Sicherheitsregeln anwenden
Freischalten, sichern, Spannungsfreiheit feststellen.
Anschlussart des Melders prüfen
Dreidraht-Melder brauchen Außenleiter (L), Neutralleiter (N) und die geschaltete Phase zur Leuchte. Zweidraht-Melder kommen ohne N aus, sind bei LED-Lasten aber oft problematisch. Prüfe, ob in der Dose ein Neutralleiter liegt.
Adern zuordnen
Dauer-Außenleiter (L) an die L-Klemme, die geschaltete Phase (oft „L′" oder mit Pfeil) zur Leuchte, Neutralleiter an N, Schutzleiter an die Erdungsklemme. Die genaue Belegung steht auf dem Melder.
Empfindlichkeit und Zeit einstellen
An den kleinen Reglern stellst du die Dämmerungsschwelle (LUX — ab welcher Helligkeit der Melder reagiert) und die Nachlaufzeit (TIME — wie lange das Licht anbleibt) ein. Erstmal grob, das Feintuning kommt nach dem Einbau.
Einbauen und testen
Melder montieren, einschalten und durch den Erfassungsbereich gehen. Reichweite, Schwenkbereich und Nachlaufzeit so lange nachjustieren, bis das Licht zuverlässig kommt und geht.
LUX und TIME richtig einstellen
Zwei kleine Drehregler bestimmen das Verhalten — sie werden oft verwechselt:
- LUX (Dämmerungsschwelle) — ab welcher Umgebungshelligkeit der Melder überhaupt schaltet. Sonnensymbol = reagiert auch bei Tageslicht, Mondsymbol = nur bei Dunkelheit. Für Außenlicht meist Richtung Mond.
- TIME (Nachlaufzeit) — wie lange das Licht nach der letzten Bewegung anbleibt (von Sekunden bis Minuten). Im Flur kurz, an der Einfahrt eher länger.
Praktischer Tipp zum Einstellen
Zum Testen tagsüber den LUX-Regler kurz auf Sonne stellen, damit der Melder unabhängig von der Helligkeit schaltet — so prüfst du Reichweite und Schwenkbereich. Danach LUX auf den gewünschten Dämmerungswert zurückdrehen und die Nachlaufzeit final justieren.
Wenn es nicht funktioniert
Die LED leuchtet schwach nach oder flackert. Typisch bei Zweidraht-Meldern mit LED-Last. Abhilfe: Dreidraht-Melder mit N oder ein passender Lastausgleich/Snubber.
Das Licht schaltet tagsüber. Die Dämmerungsschwelle (LUX) ist zu hoch eingestellt — Richtung „Mond"-Symbol drehen.
Der Melder reagiert nicht zuverlässig. Erfassungsbereich/Höhe prüfen. PIR-Melder reagieren am besten auf Bewegung quer zum Sensor, schlechter auf direktes Zugehen.
Häufige Fragen
Die meisten modernen (Dreidraht-)Melder ja. Zweidraht-Melder kommen ohne N aus, sind aber bei LED-Lasten oft problematisch (Nachleuchten, Flackern). Im Zweifel ein Modell mit N wählen.
Ja, wenn in der Schalterdose ein Neutralleiter liegt (für Dreidraht-Melder). Liegt nur L und geschaltete Phase, brauchst du einen Zweidraht-Melder oder eine Leitungsergänzung durch die Fachkraft.
Über den LUX-Regler stellst du die Dämmerungsschwelle ein (ab welcher Helligkeit er reagiert), über den TIME-Regler die Nachlaufzeit. Beide schrittweise anpassen.
Arbeiten an der festen 230-V-Installation sind grundsätzlich Sache einer Elektrofachkraft (§ 13 NAV). Die Anleitung dient dem Verständnis und der Vorbereitung.