Kabelquerschnitt-Rechner
Mindestquerschnitt nach Absicherung, Leitungslänge und Verlegeart — mit Spannungsfall.
Was das Ergebnis bedeutet
Der empfohlene Querschnitt ist der größere von zwei Werten: dem Mindestquerschnitt, der die Absicherung sicher trägt (Strombelastbarkeit nach DIN VDE 0298-4), und dem Querschnitt, der den Spannungsfall unter deinem Grenzwert hält. Für kurze Leitungen entscheidet meist die Strombelastbarkeit, für lange die Spannungsfall-Grenze.
Liegt der Spannungsfall im grünen Bereich (unter deinem eingestellten Grenzwert, üblich 3 %), passt der Querschnitt. Wird er amber angezeigt, reicht selbst der größte sinnvolle Querschnitt nicht, um deinen Grenzwert einzuhalten — dann ist die Leitung zu lang, der Strom zu hoch, oder du musst den Grenzwert bewusst auf 5 % anheben (für Beleuchtung kritisch, für Steckdosen meist tolerierbar).
Faustregel für die klassische Wohnungsinstallation: Lichtstromkreise 1,5 mm² an 10 A, Steckdosenstromkreise 2,5 mm² an 16 A. Sobald Längen über etwa 20–25 m oder höhere Ströme dazukommen, lohnt sich die genaue Rechnung — genau dafür ist dieser Rechner da.
Formel & Beispielrechnung
Der Mindestquerschnitt nach Spannungsfall ergibt sich aus Leitungslänge, Strom und Leitfähigkeit des Materials:
k = 2 bei 230 V (1~) · k = √3 bei 400 V (3~)
γ = 56 (Kupfer) · 35 (Aluminium) · ΔU = zulässiger Spannungsfall in Volt
Beispiel: Eine Steckdosenleitung (16 A, 230 V, Kupfer) ist 18 m lang, zulässiger Spannungsfall 3 % von 230 V = 6,9 V.
A = 576 / 386,4 = 1,49 mm²
→ nächster Normquerschnitt: 1,5 mm² (Spannungsfall) · Strombelastbarkeit 16 A in B2 braucht 1,5 mm²
→ Empfehlung 2,5 mm² mit Reserve und für künftige Lasten
Querschnitt, Absicherung & Strombelastbarkeit
Diese Werte gelten für Kupferleitungen, zwei belastete Adern bei 30 °C Umgebungstemperatur. Die Strombelastbarkeit (Iz) hängt stark von der Verlegeart ab — eng im Rohr (B2) trägt eine Leitung weniger als frei in Luft (E).
| Querschnitt | B2 · im Rohr | C · auf Wand | E · frei | übliche Absicherung |
|---|---|---|---|---|
| 1,5 mm² | 16,5 A | 19,5 A | 22 A | 10–16 A |
| 2,5 mm² | 23 A | 27 A | 30 A | 16–20 A |
| 4 mm² | 30 A | 36 A | 40 A | 20–25 A |
| 6 mm² | 38 A | 46 A | 51 A | 25–32 A |
| 10 mm² | 52 A | 63 A | 70 A | 40–50 A |
| 16 mm² | 69 A | 85 A | 94 A | 50–63 A |
Werte gerundet nach DIN VDE 0298-4. Häufung mehrerer Leitungen, höhere Temperaturen oder Aluminium reduzieren die Belastbarkeit — dann sind Reduktionsfaktoren anzuwenden.
So nutzt du das Ergebnis
Der Rechner sagt dir, welche Leitung du brauchst. Das Auflegen selbst ist Arbeit an der festen Hausinstallation und damit grundsätzlich Sache einer Elektrofachkraft. Verstehen und vorbereiten darfst du es trotzdem — und für die Anschlussarbeit am Endgerät helfen unsere Anleitungen:
- Beim Verdrahten einer Steckdose oder eines Schalters zählt neben dem Querschnitt die korrekte Aderzuordnung — die Schritt-für-Schritt-Anleitungen zeigen sie.
- Prüfe mit dem Spannungsfall-Rechner, ob ein bereits verlegter Querschnitt für eine geplante Last noch reicht.
- Für lange Zuleitungen (Garage, Gartenhaus) plane bewusst eine Nummer größer — Kupfer ist günstiger als ein zweites Mal Wand aufstemmen.
Die Verlegearten verständlich erklärt
Die Verlegeart entscheidet darüber, wie gut die Leitung ihre Wärme loswird — und damit, wie viel Strom sie dauerhaft tragen darf. Je besser die Kühlung, desto höher die Belastbarkeit. Die DIN VDE 0298-4 unterscheidet mehrere Referenz-Verlegearten; im Haus sind vor allem diese relevant:
- B1 / B2 — im Rohr (Unterputz): Adern einzeln (B1) oder mehradrige Leitung (B2) im Installationsrohr in der Wand. Die häufigste Wohnungsinstallation, aber auch die mit der geringsten Belastbarkeit, weil die Wärme schlecht abfließt.
- C — direkt auf der Wand: Leitung offen oder auf einer Pritsche verlegt. Bessere Kühlung als im Rohr, höhere Belastbarkeit.
- E — frei in Luft: Leitung mit Abstand frei verlegt, rundum umspült. Höchste Belastbarkeit der vier Fälle.
Wähle im Rechner die Variante, die deiner Situation am nächsten kommt — im Zweifel die ungünstigere (B2), dann bist du auf der sicheren Seite. Eine in der gedämmten Wand verlegte Leitung gehört eher zu den noch ungünstigeren Fällen (A1/A2) und sollte großzügig dimensioniert werden.
Häufung und Temperatur: die Reduktionsfaktoren
Die Tabellenwerte gelten für eine einzelne Leitung bei 30 °C Umgebungstemperatur. Liegen mehrere stromführende Leitungen gebündelt nebeneinander, erwärmen sie sich gegenseitig — die Belastbarkeit sinkt. Schon bei drei bis vier gebündelten Leitungen können das 20–30 % weniger sein. Auch eine höhere Umgebungstemperatur (Dachboden im Sommer, Nähe zur Heizung) reduziert die zulässige Strombelastbarkeit.
Die Norm rechnet das über Reduktionsfaktoren: Iz × Häufungsfaktor × Temperaturfaktor. Dieser Rechner berücksichtigt die Grundbelastbarkeit; bei vielen parallelen Leitungen oder warmer Umgebung plane bewusst eine Stufe größer oder zieh die vollständige Tabelle der DIN VDE 0298-4 heran. Das ist der Punkt, an dem aus einer Überschlagsrechnung eine echte Fachplanung wird.
Aluminium statt Kupfer
Aluminium ist leichter und günstiger, leitet aber schlechter: Der Leitwert γ liegt bei rund 35 statt 56 (Kupfer). Für denselben Spannungsfall braucht eine Alu-Leitung also einen größeren Querschnitt — meist eine Normstufe mehr. Auch die Strombelastbarkeit liegt etwa 20 % unter der von Kupfer gleichen Querschnitts. In der klassischen Hausinstallation ist Kupfer Standard; Aluminium begegnet dir vor allem bei größeren Zuleitungs- und Versorgerquerschnitten. Wer Alu verwendet, braucht zudem geeignete Klemmen (Alu neigt zum Kriechen, lose Klemmstellen werden heiß).
Zweites Beispiel: Drehstrom (400 V)
Für starke Verbraucher wie Durchlauferhitzer, Herd oder Wärmepumpe wird dreiphasig (400 V) angeschlossen. Der Vorteil: Bei gleicher Leistung fließt pro Leiter weniger Strom, und in der Spannungsfall-Formel steht der Faktor √3 statt 2 — der Spannungsfall fällt deutlich geringer aus.
A = (√3 · 30 · 25) / (56 · 12) = 1299 / 672 = 1,93 mm²
→ nach Spannungsfall 2,5 mm² · Strombelastbarkeit 25 A in B2 braucht 4 mm² → Empfehlung 4 mm²
Hier entscheidet die Strombelastbarkeit, nicht der Spannungsfall — ein gutes Beispiel dafür, warum der Rechner immer beide Kriterien prüft und den größeren Wert nimmt.
Häufige Fehler
Nur die Strombelastbarkeit betrachten. 1,5 mm² trägt 16 A — aber bei 30 m Länge fällt zu viel Spannung ab. Immer beide Kriterien prüfen, der größere Wert gilt.
Die einfache statt der doppelten Länge rechnen. Der Strom fließt hin und zurück — bei 230 V steckt deshalb der Faktor 2 in der Formel. Gib die einfache Strecke ein, der Rechner verdoppelt sie.
Verlegeart ignorieren. Dieselbe Leitung trägt frei in Luft deutlich mehr als gebündelt im Rohr in der gedämmten Wand. Wähle die Verlegeart, die deiner Situation entspricht.
Aluminium wie Kupfer behandeln. Alu leitet schlechter (γ 35 statt 56) und trägt weniger Strom — für denselben Fall braucht es meist eine Querschnittsstufe mehr.
Den Leitungsschutzschalter vergessen. Der Querschnitt muss zur Absicherung passen: Eine 2,5-mm²-Leitung gehört nicht hinter einen 25-A-Automaten. Querschnitt und LS-Schalter bilden ein Paar.
Quellen & Normbezug
- DIN VDE 0298-4 — Strombelastbarkeit von Kabeln und Leitungen (Verlegearten, Reduktionsfaktoren).
- DIN VDE 0100-520 — Auswahl und Errichtung von Kabel- und Leitungsanlagen.
- DIN VDE 0100-430 — Schutz bei Überstrom (Zuordnung Leitung ↔ Absicherung).
Dieser Rechner liefert einen nachvollziehbaren Richtwert und ersetzt keine Fachplanung nach DIN VDE 0298-4. Die Ausführung an der festen Installation gehört in die Hand einer Elektrofachkraft.
Häufige Fragen
Für einen normalen Steckdosenstromkreis mit 16-A-Absicherung ist 2,5 mm² Kupfer Standard. 1,5 mm² trägt 16 A zwar knapp, lässt aber bei längeren Leitungen zu viel Spannung abfallen — deshalb gilt für 16-A-Endstromkreise praktisch 2,5 mm².
1,5 mm² für Lichtstromkreise an 10 A, 2,5 mm² für Steckdosenkreise an 16 A. Ab etwa 20 m Länge oder bei mehreren Verbrauchern lohnt die Rechnung statt der Faustregel.
Der Strom muss zum Verbraucher und wieder zurück. Bei einphasigen 230-V-Kreisen steckt deshalb der Faktor 2 in der Spannungsfall-Formel. Du gibst die einfache Strecke (Verteiler bis Gerät) ein, der Rechner verdoppelt sie automatisch.
Die Normempfehlung liegt bei 3 % zwischen Zähler und Verbraucher (DIN VDE 0100-520). Für Beleuchtung sollte man darunter bleiben (Flackern, Helligkeitsverlust), für Steckdosen sind in der Praxis bis 5 % tolerierbar.
Aluminium leitet schlechter (Leitwert 35 statt 56) und trägt weniger Strom — für denselben Fall braucht es meist eine Querschnittsstufe mehr. In der Hausinstallation ist Kupfer Standard; Alu kommt eher bei großen Querschnitten der Zuleitung vor.
Nein. Er liefert einen belastbaren Richtwert nach den gängigen Formeln und Tabellen. Häufung, Temperatur und Sonderfälle erfordern eine Berechnung nach DIN VDE 0298-4 — und die Ausführung gehört in die Hand einer Elektrofachkraft.