Heizkosten-Rechner

Heizkosten nach Wohnflaeche und Energietraeger schätzen — eingeordnet am Heizspiegel.

Heizkosten berechnen
Heizkosten pro Jahr
Geprüft & aktualisiert am 13.07.2026

Was das Ergebnis bedeutet

Die Heizkosten ergeben sich aus dem Wärmebedarf deines Gebäudes (in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr) und dem Preis deines Energieträgers. Der spezifische Verbrauch ist dabei der entscheidende Hebel: Ein unsanierter Altbau braucht das Sechsfache eines Passivhauses für dieselbe Wohnfläche.

Die Einordnung orientiert sich am bundesweiten Heizspiegel. Bis 100 kWh/m²a gilt als sparsam, bis etwa 150 als durchschnittlich, darüber als hoch — hier lohnt sich der Blick auf Dämmung, Fenster und Heizungseinstellung.

Was deine Heizkosten wirklich treibt

Hinter dem einen Wert „kWh pro Quadratmeter" stecken mehrere Wärmeverluste, die alle zusammen den Bedarf bestimmen:

  • Transmissionsverluste — Wärme, die durch Wände, Dach, Fenster und Kellerdecke nach außen wandert. Der mit Abstand größte Posten und der Grund, warum Dämmung so viel bringt.
  • Lüftungsverluste — warme Luft, die beim Lüften (oder durch undichte Fenster) entweicht. In dichten Neubauten übernimmt eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.
  • Warmwasser — in sparsamen Häusern ein zunehmend großer Anteil, weil der Heizbedarf sinkt, der Warmwasserbedarf aber gleich bleibt (rund 12–15 kWh/m²a).
  • Anlagenverluste — eine alte, schlecht eingestellte Heizung verliert Energie über Abgas, Speicher und ungedämmte Rohre.

Wichtig für die Einordnung

Je besser gedämmt das Haus, desto stärker fallen Warmwasser und Anlagentechnik ins Gewicht — im Passivhaus kann das Duschen mehr Energie kosten als das Heizen.

Energieträger im Preisvergleich

Der Preis pro Kilowattstunde Wärme unterscheidet sich je nach Energieträger erheblich. Richtwerte zur Orientierung (Endenergie, gerundet):

EnergieträgerPreis je kWh Wärme*
Erdgas~ 10–12 ct
Heizöl~ 10–13 ct
Holzpellets~ 8–11 ct
Fernwärme~ 12–16 ct
Wärmepumpe (JAZ 3,5)~ 9–11 ct
Strom-Direktheizung~ 30–40 ct

* Bei der Wärmepumpe ist der Strompreis bereits durch die Jahresarbeitszahl geteilt. Preise schwanken stark — nutze für die genaue Rechnung deine eigenen Werte.

Formel & Beispiel

Kosten = Wohnfläche × spez. Verbrauch × Preis

Beispiel: 100 m² teilsaniert (120 kWh/m²a), Erdgas zu 11 ct/kWh.

100 × 120 = 12.000 kWh/Jahr
12.000 × 0,11 € = 1.320 € pro Jahr

Spezifischer Verbrauch nach Gebäudezustand

GebäudekWh/m²a100 m² Gas*
unsaniert (vor 1979)~ 160~ 1.760 €
teilsaniert~ 120~ 1.320 €
gut saniert~ 90~ 990 €
Neubau / KfW~ 50~ 550 €
Passivhaus~ 25~ 275 €

* bei 11 ct/kWh, ohne Warmwasser-Zuschlag. Warmwasser schlägt mit rund 12–15 kWh/m²a zusätzlich zu Buche.

So nutzt du das Ergebnis

Liegt dein Verbrauch über dem Schnitt, prüfe zuerst die günstigen Hebel: Heizung entlüften, Thermostate richtig einstellen und einen hydraulischen Abgleich durchführen lassen. Für die Auslegung von Heizkörpern oder einer neuen Heizung helfen der Heizlast- und der Heizkörper-Rechner. Den Gasverbrauch rechnest du mit dem Gas-Rechner von m³ in kWh um.

Zweites Beispiel: Wärmepumpe statt Gas

Dasselbe Haus von oben — 100 m² teilsaniert, 12.000 kWh Wärmebedarf — einmal mit Gas und einmal mit einer Wärmepumpe (Jahresarbeitszahl 3,5, Strompreis 30 ct):

Gas: 12.000 × 0,11 € = 1.320 €/Jahr
WP: 12.000 ÷ 3,5 × 0,30 € = 3.429 kWh Strom = 1.029 €/Jahr

Die Wärmepumpe ist hier rund 290 € günstiger — aber der Vorteil steht und fällt mit der Jahresarbeitszahl. Bei einem schlecht gedämmten Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen sinkt die JAZ auf 2,5–3,0, und die Rechnung kann kippen. Genau deshalb sind niedrige Vorlauftemperaturen (große Heizkörper, hydraulischer Abgleich) für die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe entscheidend.

Die wirksamsten Sparhebel

In der Reihenfolge von „sofort und gratis" bis „Investition":

  • Heizung entlüften & Vorlauftemperatur senken — kostet nichts, bringt oft mehrere Prozent.
  • Hydraulischer Abgleich — verteilt die Wärme gleichmäßig, senkt die nötige Vorlauftemperatur, spart typisch 5–15 %.
  • Raumtemperatur — jedes Grad weniger spart rund 6 % Heizenergie.
  • Dämmung & Fenster — der große Hebel mit langer Amortisation, aber dauerhaft wirksam.
  • Heizungstausch — lohnt sich, wenn der alte Kessel über 20 Jahre alt ist; oft gefördert.

Häufige Fehler

1

Warmwasser vergessen. Wird das Wasser über die Heizung erwärmt, kommen 12–15 kWh/m²a obendrauf — sonst rechnest du zu niedrig.

2

Wärmepumpe wie Gas rechnen. Eine Wärmepumpe macht aus 1 kWh Strom rund 3–4 kWh Wärme. Der „Preis pro kWh Wärme" ist also der Strompreis geteilt durch die Jahresarbeitszahl.

3

Verbrauch und Bedarf verwechseln. Der reale Verbrauch hängt auch vom Heizverhalten und Wetter ab. Die Tabellenwerte sind typische Bedarfswerte.

4

Nur die Wohnfläche zählen. Hohe Räume, viel Außenwand oder eine ungedämmte Kellerdecke erhöhen den Bedarf über den Flächenwert hinaus.

Quellen

  1. Heizspiegel für Deutschland (co2online im Auftrag des BMWK) — Vergleichswerte niedrig/mittel/hoch.
  2. Energieausweis-Kennwerte typischer Gebäudeklassen.

Schätzwert zur Orientierung. Der tatsächliche Verbrauch hängt von Gebäude, Anlage, Wetter und Nutzung ab.

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Häufige Fragen

Wohnfläche mal spezifischem Verbrauch (kWh/m²a) mal Energiepreis. Beispiel: 100 m² × 120 kWh/m² × 0,11 € = 1.320 € pro Jahr.

Je nach Gebäudezustand 5–18 €/m² im Jahr. Ein gut sanierter Bau liegt bei rund 10 €/m², ein unsanierter Altbau deutlich darüber. Der Heizspiegel sieht bis 100 kWh/m²a als sparsam an.

Pro Quadratmeter und Jahr: Passivhaus ~25, Neubau ~50, saniert ~90, teilsaniert ~120, unsaniert ~160 kWh. Mal Wohnfläche ergibt den Jahresbedarf.

Die Wärmepumpe macht aus 1 kWh Strom etwa 3–4 kWh Wärme (Jahresarbeitszahl). Der Preis pro kWh Wärme ist also Strompreis geteilt durch JAZ — bei 30 ct und JAZ 3,5 rund 9 ct/kWh.

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HB
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