Heizkörper-Rechner
Benötigte Heizleistung je Raum plus Normleistungs-Tabelle gängiger Typen.
Was das Ergebnis bedeutet
Der Rechner schätzt, wie viel Heizleistung ein Raum braucht, damit er auch am kältesten Tag warm wird. Grundlage ist das Raumvolumen (Fläche mal Höhe), der Dämmstandard des Gebäudes und der Raumtyp — ein Bad soll wärmer werden als ein Schlafzimmer und braucht deshalb mehr Leistung.
Das Ergebnis ist ein Überschlagswert. Er hilft beim Austausch eines einzelnen Heizkörpers oder bei der groben Planung. Für eine neue Heizungsanlage oder eine Wärmepumpe ist die raumweise Heizlast nach DIN EN 12831 nötig — die berücksichtigt Außenwände, Fenster und Wärmebrücken im Detail.
Die Vorlauftemperatur ist der wichtigste Hebel
Ein und derselbe Heizkörper bringt völlig unterschiedliche Leistung — je nachdem, wie heiß das Wasser ist, das hindurchfließt. Maßgeblich ist die Übertemperatur zwischen Heizwasser und Raum. Die Angabe „55/45/20" heißt: 55 °C Vorlauf, 45 °C Rücklauf, 20 °C Raum.
- 70/55 °C — die alte Auslegung. Kleine Heizkörper reichen, aber hohe Temperaturen sind für Brennwert und Wärmepumpe ineffizient.
- 55/45 °C — heutiger Standard nach Sanierung. Derselbe Heizkörper bringt nur noch rund 60 % der 70/55-Leistung.
- 35/28 °C — Wärmepumpen-Idealbereich, meist nur mit Flächenheizung oder sehr großen Heizkörpern erreichbar.
Die Leistung sinkt nicht linear, sondern mit einem Exponenten von rund 1,3. Deshalb gilt
Wer die Vorlauftemperatur senken will (für eine Wärmepumpe oder einfach zum Sparen), muss die Heizkörper größer wählen — oft eine Typstufe höher oder eine längere Bauform.
Die Heizkörper-Typen verstehen
Die zweistellige Typnummer ist kein Zufall — sie beschreibt den Aufbau
Die erste Ziffer nennt die Zahl der wasserführenden Platten, die zweite Ziffer die Zahl der dazwischenliegenden Konvektorbleche. Typ 22 hat also 2 Platten und 2 Konvektorbleche, Typ 33 deren je drei. Mehr Bleche bedeuten mehr Oberfläche auf gleicher Baulänge — also mehr Leistung bei gleicher Optik, aber größere Bautiefe.
- Typ 11 — flach, geringe Leistung, für gut gedämmte Räume.
- Typ 22 — der Allrounder für die meisten Wohnräume.
- Typ 33 — maximale Leistung auf kurzer Länge, ideal bei niedriger Vorlauftemperatur.
Formel & Beispiel
Beispiel: 20 m² Wohnraum, 2,5 m hoch, teilsaniert (36 W/m³).
50 × 36 × 1,0 = 1.800 W → z. B. Typ 22, ~1,2 m Baulänge
Normleistung gängiger Heizkörper
Wärmeleistung in Watt pro Meter Baulänge bei 600 mm Höhe und Auslegung 55/45/20 °C (typisch für sanierte Anlagen mit niedrigerer Vorlauftemperatur).
| Typ | Tiefe | W/m (55/45) | W/m (70/55) |
|---|---|---|---|
| Typ 11 | 1 Platte | ~ 650 | ~ 1.050 |
| Typ 21 | 2 Platten | ~ 1.050 | ~ 1.700 |
| Typ 22 | 2 Platten | ~ 1.500 | ~ 2.400 |
| Typ 33 | 3 Platten | ~ 2.150 | ~ 3.450 |
Je niedriger die Vorlauftemperatur (wichtig für Wärmepumpen), desto größer muss der Heizkörper sein. Plane bei niedrigen Systemtemperaturen großzügig.
So nutzt du das Ergebnis
Vergleiche die benötigte Leistung mit der Normleistung des gewünschten Heizkörpertyps und wähle die passende Baulänge. Wird ein vorhandener Heizkörper trotz ausreichender Leistung nicht warm, liegt es meist nicht an der Größe — dann hilft Entlüften oder ein hydraulischer Abgleich. Die Heizlast des ganzen Gebäudes schätzt der Heizlast-Rechner.
Zweites Beispiel: fit für die Wärmepumpe
Der 20-m²-Raum von oben braucht 1.800 W. Bei der alten Auslegung 70/55 °C reicht dafür ein kurzer Typ 22 (~1.700 W/m, also rund 1,1 m). Soll künftig eine Wärmepumpe mit 55/45 °C laufen, bringt derselbe Typ 22 nur noch ~1.500 W/m:
oder 1.800 ÷ 2.150 = 0,84 m Typ 33 (kürzer, tiefer)
Wer also auf eine Wärmepumpe umstellt, muss nicht zwingend alle Heizkörper tauschen — oft genügt es, die kritischen Räume auf eine längere oder tiefere Bauform zu bringen. Welche Räume das sind, zeigt der Vergleich von benötigter Leistung und vorhandener Heizkörper-Normleistung.
Beim Tausch auf den Nabenabstand achten
Soll ein alter Heizkörper gegen einen neuen getauscht werden, entscheidet neben der Leistung die Anschlussgeometrie
Der Nabenabstand (Abstand der Anschlüsse, meist 50 mm beim modernen Ventilheizkörper) und die Lage der vorhandenen Rohranschlüsse bestimmen, ob ein Modell ohne Umbau der Verrohrung passt. Moderne Ventilheizkörper mit integriertem Thermostatventil werden unten beidseitig angeschlossen; bei alten, seitlich angeschlossenen Gliederheizkörpern ist oft ein Anschluss-Set oder eine Anpassung der Rohre nötig. Vor dem Kauf also Höhe, Länge, Bautiefe und Anschlussart abgleichen.
Häufige Fehler
Mit hoher Vorlauftemperatur rechnen, aber niedrig fahren. Ein für 70/55 °C ausgelegter Heizkörper bringt bei 55/45 °C nur rund 60 % seiner Leistung.
Raumhöhe ignorieren. Altbauten mit 3,5 m Höhe haben deutlich mehr Volumen und brauchen entsprechend mehr Leistung.
Bad wie Wohnraum behandeln. Für 24 °C statt 20 °C braucht das Bad spürbar mehr Leistung — der Raumtyp-Faktor berücksichtigt das.
Quellen & Normbezug
- DIN EN 12831 — Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast.
- Herstellerangaben zur Normleistung von Flachheizkörpern (EN 442).
Überschlagswert. Für die verbindliche Auslegung ist die raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 maßgeblich.
Häufige Fragen
Als Faustwert je nach Dämmung 40–120 W pro m³ Raumvolumen. Bei 2,5 m Höhe sind das grob 60–100 W/m² im Altbau und 40–60 W/m² im sanierten Gebäude.
Bei moderner Auslegung (55/45 °C) bringt Typ 11 rund 650 W/m, Typ 22 rund 1.500 W/m und Typ 33 rund 2.150 W/m. Teile die benötigte Leistung durch den W/m-Wert für die Baulänge.
Wärmepumpen arbeiten am effizientesten mit niedriger Vorlauftemperatur. Bei 55/45 statt 70/55 °C bringt derselbe Heizkörper nur rund 60 % der Leistung — also braucht es größere Flächen.
Nein. Er liefert einen Überschlagswert für einzelne Räume. Für eine neue Anlage oder Wärmepumpe ist die raumweise Heizlast nach DIN EN 12831 nötig.