FI-Schutzschalter verstehen & testen
Der FI-Schutzschalter (RCD) trennt blitzschnell den Strom, wenn Fehlerstrom fließt — er schützt dich vor lebensgefährlichen Stromschlägen. Was du selbst tun solltest: ihn etwa halbjährlich über die Prüftaste (T) testen. Das ist gefahrlos. Der Einbau oder Tausch des RCD im Verteiler bleibt dagegen Sache der Elektrofachkraft.
Für diese Arbeit brauchst du keine Spezialwerkzeuge und arbeitest nicht an spannungsführenden Teilen. Nimm dir trotzdem die fünf Minuten für die Vorbereitung — die meisten Fehler passieren aus Eile.
Werkzeug & Material
- Prüftaste am FI — mit „T" markiert
Was der FI-Schalter macht
Der FI-Schutzschalter — korrekt RCD (Residual Current Device) — vergleicht ständig den hinein- und herausfließenden Strom. Fließt ein Teil „verloren", etwa über deinen Körper zur Erde, schaltet er binnen 30 Millisekunden ab. Er ist der wichtigste Schutz vor tödlichen Stromschlägen und in modernen Installationen für Steckdosen- und Feuchtraumkreise Pflicht. Übliche Auslöseschwelle im Wohnbereich: 30 mA.
Den FI testen kannst und sollst du selbst — das ist gefahrlos. Der Einbau oder Tausch im Verteiler bleibt dagegen der Elektrofachkraft vorbehalten.
FI, LS, RCBO — wer schützt wovor?
Im Sicherungskasten arbeiten mehrere Schutzgeräte zusammen, die oft verwechselt werden:
| Gerät | schützt vor |
|---|---|
| FI / RCD | gefährlichem Fehlerstrom über den Körper (Personenschutz) |
| Leitungsschutzschalter (LS/MCB) | Überlast und Kurzschluss (Leitungs-/Brandschutz) |
| FI/LS-Kombi (RCBO) | beides in einem Gerät, je Stromkreis |
| AFDD (Brandschutzschalter) | Fehlerlichtbögen (z. B. gequetschte Leitung) |
Wichtig zu verstehen
Der FI schützt Menschen, die Sicherung (LS) schützt die Leitung. Beide ersetzen sich nicht — erst zusammen ergeben sie den vollständigen Schutz. Ein FI allein verhindert keinen Kabelbrand, ein LS allein keinen tödlichen Stromschlag.
Die FI-Typen kurz erklärt
- Typ A — der Standard im Wohnbereich. Erfasst sinusförmige und pulsierende Fehlerströme. Für normale Steckdosen- und Lichtkreise.
- Typ F — für Kreise mit Frequenzumrichtern (z. B. moderne Waschmaschinen).
- Typ B — erfasst auch glatte Gleichfehlerströme; nötig bei Wallboxen und PV-Wechselrichtern, wenn diese keinen eigenen Schutz mitbringen.
Die Auslöseschwelle im Wohnbereich beträgt 30 mA — der Wert, ab dem ein Stromschlag für den Menschen gefährlich wird. Welcher Typ wo nötig ist, entscheidet die Fachkraft anhand der angeschlossenen Geräte.
So testest du den FI — in 4 Schritten
FI im Verteiler finden
Der RCD ist meist der breitere Schalter im Sicherungskasten mit einer Prüftaste „T" und der Angabe „30 mA". Hinter ihm hängen mehrere Stromkreise.
Geräte sichern
Beim Auslösen wird der Strom mehrerer Kreise unterbrochen. Fahre den PC herunter; Router, Uhren und Backofen starten neu.
Prüftaste drücken
Drücke die Taste „T". Der FI muss sofort auslösen und in die Aus-Stellung springen. Tut er das nicht, ist er defekt — dann sofort die Elektrofachkraft rufen, der Schutz fehlt.
Wieder einschalten
Den Hebel zurück in die Ein-Stellung legen. Der Schutz ist wieder aktiv. Wiederhole den Test etwa alle sechs Monate.
Wenn der FI auslöst
Der FI fliegt immer wieder. Meist ein defektes Gerät oder Feuchtigkeit. Alle Verbraucher trennen, FI einschalten, dann Sicherungen/Geräte einzeln zuschalten, bis der Verursacher gefunden ist.
Der FI löst beim Test nicht aus. Er ist defekt und schützt nicht mehr. Das ist ein Fall für die Fachkraft — und kein Aufschub.
Es gibt gar keinen FI. In Altbauten fehlt er teils. Eine Nachrüstung ist sehr empfehlenswert und Aufgabe der Elektrofachkraft.
Häufige Fragen
Etwa halbjährlich die mit „T" markierte Prüftaste drücken. Der FI muss sofort auslösen. Danach den Hebel wieder einschalten. Löst er nicht aus, ist er defekt und gehört von der Fachkraft getauscht.
Der FI (RCD) erkennt Fehlerströme — etwa wenn Strom über den Körper zur Erde fließt — und schaltet binnen Millisekunden ab. Er ist der wichtigste Schutz vor tödlichen Stromschlägen.
Meist ein defektes Gerät oder Feuchtigkeit in einem Stromkreis. Trenne nacheinander die Verbraucher/Sicherungen, um den Verursacher einzugrenzen. Bleibt es unklar, hilft die Fachkraft.
Nein. Arbeiten im Zählerschrank/Verteiler an spannungsführenden Teilen sind der Elektrofachkraft vorbehalten. Selbst machen darfst du nur den Test über die Prüftaste.