Hydraulischer-Abgleich-Rechner
Voreinstellwerte je Raum überschlaegig schätzen (Verfahren B, vereinfacht).
Grobe Schätzung der Thermostatventil-Voreinstellung je Raum. Ein normgerechter Abgleich (Verfahren B) berücksichtigt Heizkörpertyp, Rohrnetz und Pumpe — siehe Anleitung.
Was das Ergebnis bedeutet
Beim hydraulischen Abgleich bekommt jeder Heizkörper genau die Wassermenge, die er für seinen Raum braucht — nicht mehr und nicht weniger. Ohne Abgleich versorgen sich die Heizkörper nahe der Pumpe zuerst, weiter entfernte Räume bleiben kühl, und man dreht die Vorlauftemperatur hoch, um das auszugleichen. Das kostet Energie.
Dieser Rechner liefert eine grobe Schätzung der Thermostatventil-Voreinstellung je Raum nach dem vereinfachten Verfahren B. Er ersetzt keinen normgerechten Abgleich, der zusätzlich Heizkörpertyp, Rohrnetz und Pumpenförderhöhe berücksichtigt — aber er gibt dir ein realistisches Gefühl für die Größenordnung und hilft beim Gespräch mit dem Fachbetrieb.
Warum sich der Abgleich lohnt
Der hydraulische Abgleich ist eine der wirtschaftlichsten Maßnahmen an einer bestehenden Heizung — er kostet wenig und wirkt sofort:
- Gleichmäßige Wärme — keine kalten Räume am Ende des Strangs mehr, kein Überversorgen der pumpennahen Heizkörper.
- Niedrigere Vorlauftemperatur — weil alle Räume zuverlässig warm werden, kann die Temperatur sinken. Das spart typisch 5–15 % Heizenergie.
- Leiser Betrieb — Strömungsgeräusche an überströmten Ventilen verschwinden.
- Voraussetzung für Förderung & Wärmepumpe — viele Förderprogramme verlangen den Abgleich, und eine Wärmepumpe arbeitet nur mit niedriger Vorlauftemperatur effizient.
Für Gebäude mit Gas- oder Ölheizung und mehreren Wohneinheiten ist der Abgleich teils sogar vorgeschrieben.
Verfahren A oder B?
Es gibt zwei anerkannte Wege zum Abgleich, die sich in der Genauigkeit unterscheiden:
- Verfahren A — eine Schätzung ohne raumweise Heizlastberechnung. Schnell, aber ungenau; seit der Förderlogik kaum noch akzeptiert.
- Verfahren B — auf Basis der raumweisen Heizlast. Genauer und für Förderungen verlangt. Dieser Rechner bildet die Logik von Verfahren B vereinfacht ab.
Die Spreizung (Differenz zwischen Vor- und Rücklauf, meist 7–10 K) spielt dabei eine zentrale Rolle
Je größer die Spreizung, desto weniger Wasser muss umgewälzt werden, um dieselbe Wärme zu liefern. Eine größere Spreizung senkt also den nötigen Durchfluss — und damit den Voreinstellwert am Ventil.
Formel & Beispiel
Heizlast = Fläche × spez. Heizlast · Spreizung typ. 10 K
Beispiel: Wohnzimmer 25 m², teilsaniert (90 W/m²).
Durchfluss = 2.250 / (1,163 × 10) = 193 l/h → Voreinstellung ~ Stufe 6
So nutzt du das Ergebnis
Die geschätzten Voreinstellwerte stellst du an den voreinstellbaren Thermostatventilen ein (Ventileinsatz mit Skala). Die genaue Vorgehensweise — vom Aufnehmen der Räume bis zum Einstellen — beschreibt die Anleitung zum hydraulischen Abgleich. Ob deine Heizung grundsätzlich richtig dimensioniert ist, zeigt der Heizlast-Rechner; die passenden Heizkörper findest du mit dem Heizkörper-Rechner.
Beispiel-Voreinstellung mehrerer Räume
So sieht das Ergebnis für ein kleines Haus aus (teilsaniert, 90 W/m², Spreizung 10 K). Die Ventilstufe ist ventilabhängig — die Werte sind beispielhaft für einen gängigen Einsatz:
| Raum | Fläche | Heizlast | Durchfluss | ~ Stufe |
|---|---|---|---|---|
| Wohnzimmer | 25 m² | 2.250 W | 193 l/h | 6 |
| Schlafzimmer | 16 m² | 1.440 W | 124 l/h | 4 |
| Kinderzimmer | 14 m² | 1.260 W | 108 l/h | 3–4 |
| Bad | 8 m² | 880 W | 76 l/h | 2–3 |
Die genaue Stufe hängt vom Ventilfabrikat ab — entnimm sie dem kv-Diagramm des Herstellers. Der Rechner liefert den Durchfluss als verlässliche Basis.
Selbst machen oder Fachbetrieb?
Ein vereinfachter Abgleich lässt sich mit voreinstellbaren Ventilen und Geduld selbst durchführen — die Voreinstellung drehen, Vorlauftemperatur senken, ein paar Tage beobachten, nachjustieren. Für drei Dinge brauchst du aber den Fachbetrieb
Erstens für die Förderung (sie verlangt die normgerechte Berechnung und ein Protokoll), zweitens beim Tausch nicht voreinstellbarer Ventile und drittens für die Pumpen- und Anlageneinstellung bei komplexen Heizkreisen. Der Rechner hier hilft dir, die Größenordnung zu verstehen und beim Angebot mitzureden.
Häufige Fehler
Den Abgleich ohne voreinstellbare Ventile versuchen. Klassische Thermostatventile lassen sich nicht definiert einstellen — hier müssen erst voreinstellbare Einsätze rein.
Die Pumpe vergessen. Nach dem Abgleich sollte die Heizungspumpe auf Proportionaldruck und eine niedrigere Stufe gestellt werden — sonst rauscht es in den Ventilen.
Vorlauftemperatur nicht absenken. Der eigentliche Spareffekt kommt erst, wenn nach dem Abgleich die Vorlauftemperatur Schritt für Schritt gesenkt wird.
Quellen & Normbezug
- VdZ — Verfahren A und B zum hydraulischen Abgleich.
- Spezifische Wärmekapazität von Wasser (1,163 Wh/(l·K)).
Grobe Schätzung nach Verfahren B (vereinfacht). Der normgerechte Abgleich ist Sache eines Fachbetriebs und oft förderfähig.
Häufige Fragen
Jeder Heizkörper bekommt die richtige Wassermenge. Räume werden gleichmäßig warm, die Vorlauftemperatur kann sinken — das spart Energie und ist oft Voraussetzung für Förderung und Wärmepumpen-Betrieb.
Aus der raumweisen Heizlast den nötigen Durchfluss ableiten (Durchfluss = Heizlast / (1,163 × Spreizung)) und daraus die Ventilstufe bestimmen. Dieser Rechner macht das vereinfacht; der normgerechte Abgleich (Verfahren B) bezieht Heizkörper, Rohrnetz und Pumpe mit ein.
Mit voreinstellbaren Thermostatventilen und etwas Geduld lässt sich ein vereinfachter Abgleich selbst durchführen. Für die Förderung und bei komplexen Anlagen ist der Fachbetrieb nötig — er rechnet normgerecht und passt die Pumpe an.
Nur wenn keine voreinstellbaren Ventileinsätze vorhanden sind. Klassische Thermostatventile ohne Voreinstellung müssen getauscht werden, damit der Abgleich definiert eingestellt werden kann.