Wasserdruck der Heizung prüfen

Geprüft & aktualisiert am 06.08.2026 haustechnikberater-Redaktion →
Kurz gesagt

Der Wasserdruck einer Heizung sollte bei kalter Anlage meist zwischen 1,0 und 2,0 bar liegen (Faustregel: 1 bar plus 0,1 bar je Stockwerk). Fällt der Zeiger des Manometers darunter, füllst du über den Füllhahn vorsichtig Wasser nach, bis der Druck im grünen Bereich steht — und entlüftest danach.

Schwierigkeit Leicht
Dauer 20 Min
Materialkosten 0 €
Selbst machen? Ja, gut selbst machbar
Pflicht-Werkzeug Füllschlauch (oft am Kessel vorhanden)
Stufe 1 · Hinweis
Gut zu wissen, bevor du startest

Für diese Arbeit brauchst du keine Spezialwerkzeuge und arbeitest nicht an spannungsführenden Teilen. Nimm dir trotzdem die fünf Minuten für die Vorbereitung — die meisten Fehler passieren aus Eile.

Werkzeug & Material

  • Füllschlauch — meist am Kessel, sonst Wasserschlauch
  • Entlüftungsschlüssel — nach dem Nachfüllen
  • Lappen — Tropfen aufnehmen

Warum eine Heizung Druck braucht

Eine Warmwasser-Heizung ist ein geschlossener Kreislauf. Damit das Wasser bis in den obersten Heizkörper gedrückt wird und die Umwälzpumpe keine Luft zieht, steht die Anlage unter einem leichten Überdruck. Fällt dieser zu weit ab, passieren zwei Dinge

Obere Stockwerke werden nicht mehr richtig warm, und es bildet sich Luft im System — die Heizung gluckert und glufst. Beides ist kein Defekt, sondern meist einfach zu wenig Wasser im Kreislauf.

Den Druckausgleich übernimmt das Membran-Ausdehnungsgefäß (MAG). Erwärmt sich das Wasser, dehnt es sich aus; das MAG nimmt das Mehrvolumen auf, damit der Druck nicht zu stark steigt. Kühlt die Anlage ab, gibt es das Wasser wieder ab. Ein müdes oder defektes MAG ist die häufigste Ursache für ständig schwankenden Druck.

Den richtigen Solldruck bestimmen

Der nötige Druck hängt von der Höhe der Anlage ab — je höher der oberste Heizkörper über dem Kessel, desto mehr Druck braucht es. Als Faustregel:

GebäudeSolldruck (kalt)
Wohnung / 1 Etage~ 1,0–1,2 bar
Einfamilienhaus, 2 Etagen~ 1,5–1,8 bar
3 Etagen~ 1,8–2,0 bar

Grundwert 1,0 bar plus rund 0,1 bar je Meter Höhe über dem Kessel. Im warmen Betrieb liegt der Druck etwas höher — der Sollwert gilt für die kalte Anlage.

Schritt für Schritt

Fällt der Druck deiner Heizung zu weit ab, werden obere Stockwerke nicht mehr warm und die Anlage gluckert. Wasser nachfüllen ist einfach — wichtig ist nur, den richtigen Sollwert zu kennen und nicht zu überfüllen.

1

Manometer ablesen

Das Manometer sitzt am Heizkessel, oft mit einem grünen Sollbereich oder zwei Markierungszeigern. Lies den Druck bei kalter Anlage ab — im warmen Betrieb steht er etwas höher.

2

Sollwert bestimmen

Faustregel: 1,0 bar Grunddruck plus 0,1 bar je Stockwerk über dem Kessel. Ein zweigeschossiges Haus liegt also bei rund 1,5–1,8 bar. Im Mehrfamilienhaus nennt dir der Heizungsbauer den Wert.

3

Füllschlauch anschließen

Schließe den Füllschlauch an den Kaltwasseranschluss und an den Füll- und Entleerhahn (KFE-Hahn) am Kessel an. Den Schlauch vorher mit Wasser füllen, damit keine Luft in die Anlage gelangt.

4

Vorsichtig nachfüllen

Öffne den Füllhahn langsam und beobachte das Manometer. Beim Erreichen des Sollwerts den Hahn wieder schließen. Lieber in kleinen Schritten als überfüllen.

5

Entlüften und kontrollieren

Beim Nachfüllen kommt Luft mit. Entlüfte die Heizkörper — dabei sinkt der Druck wieder etwas. Prüfe das Manometer erneut und fülle bei Bedarf nach. Dann den Schlauch abnehmen.

Welches Wasser zum Nachfüllen?

Für die meisten Ein- und Zweifamilienhäuser ist normales Leitungswasser zum gelegentlichen Nachfüllen in Ordnung. Bei modernen Anlagen mit Wärmepumpe, Aluminium-Bauteilen oder großen Wassermengen gelten aber die Vorgaben der VDI 2035 zur Vermeidung von Kalk und Korrosion

  • Häufiges Nachfüllen vermeiden — jedes Mal kommt frischer Sauerstoff und Kalk ins System. Muss oft nachgefüllt werden, liegt ein Problem vor (MAG/Leck).
  • Enthärtetes oder entsalztes Wasser verlangen viele Hersteller bei größeren Anlagen — sonst drohen Garantieverlust und Kalkschäden am Wärmeerzeuger.
  • Im Zweifel den Heizungsbauer fragen, welche Wasserqualität deine Anlage braucht.

Wenn es nicht funktioniert

!

Der Druck fällt immer wieder ab. Ein einmaliges Nachfüllen ist normal. Sinkt der Druck regelmäßig deutlich, ist meist das Ausdehnungsgefäß defekt oder es gibt eine undichte Stelle — Fachbetrieb rufen.

!

Der Druck steigt im Betrieb stark. Etwas Anstieg durch Erwärmung ist normal. Über etwa 2,5 bar öffnet das Sicherheitsventil — dann ist das Ausdehnungsgefäß zu prüfen.

!

Kein KFE-Hahn auffindbar. In manchen Anlagen ist der Füllanschluss versteckt oder fest verrohrt. Im Zweifel den Heizungsbauer fragen, statt an unbekannten Ventilen zu drehen.

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Häufige Fragen

Bei kalter Anlage meist 1,0–2,0 bar. Faustregel: 1 bar plus 0,1 bar je Stockwerk über dem Kessel. Im Betrieb steigt der Druck durch die Erwärmung leicht an.

Etwas Druckverlust durch Entlüften ist normal. Sinkt der Druck regelmäßig stark, kann das Ausdehnungsgefäß defekt sein oder es gibt eine undichte Stelle — dann den Fachbetrieb rufen.

Über den Füllhahn (KFE-Hahn) am Kessel mit einem Füllschlauch. Langsam öffnen, Manometer beobachten, bei Sollwert schließen, danach entlüften.

Über etwa 2,5–3 bar öffnet das Sicherheitsventil und lässt Wasser ab. Dauerhaft zu hoher Druck belastet die Anlage — dann etwas Wasser ablassen oder das Ausdehnungsgefäß prüfen lassen.

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HB
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