Kreuzschaltung anschließen
Die Kreuzschaltung erweitert die Wechselschaltung um beliebig viele Schaltstellen. Sie besteht aus zwei Wechselschaltern an den Enden und einem oder mehreren Kreuzschaltern in der Mitte. Jeder Kreuzschalter tauscht die beiden korrespondierenden Adern. Vor jedem Handgriff gelten die fünf Sicherheitsregeln.
Du arbeitest an der Hausinstallation. Halte die fünf Sicherheitsregeln in genau dieser Reihenfolge ein:
- 1Freischalten — Sicherung raus bzw. Leitungsschutzschalter aus
- 2Gegen Wiedereinschalten sichern — Klebeband und Hinweis am Verteiler
- 3Spannungsfreiheit feststellen — mit zweipoligem Spannungsprüfer, nie mit dem Phasenprüfer-Schraubendreher
- 4Erden und kurzschliessen — bei Hausinstallationen i. d. R. entbehrlich
- 5Benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken
Werkzeug & Material
- Zweipoliger Spannungsprüfer — Pflicht
- Schraubendreher-Satz — isoliert
- Zwei Wechselschalter + Kreuzschalter — je Schaltstelle
- NYM-J 5×1,5 mm² — zwischen den Schaltern
Wann du eine Kreuzschaltung brauchst
Eine Wechselschaltung schaltet von zwei Stellen. Sobald eine dritte Schaltstelle dazukommt — der lange Flur mit drei Türen, das Schlafzimmer mit Schaltern an Tür und beiden Bettseiten, das durchgehende Treppenhaus über mehrere Etagen — reicht sie nicht mehr. Dann kommt die Kreuzschaltung zum Einsatz.
Der Aufbau ist immer gleich
An den beiden Enden sitzen zwei Wechselschalter wie bei der normalen Wechselschaltung. Dazwischen wird für jede weitere Schaltstelle ein Kreuzschalter in die beiden korrespondierenden Adern eingeschleift. Zwei Wechselschalter plus ein Kreuzschalter ergeben drei Schaltstellen, plus zwei Kreuzschalter vier, und so weiter — beliebig erweiterbar.
Der Kreuzschalter: vier Anschlüsse
Das Herz der Schaltung ist der Kreuzschalter mit seinen vier Klemmen (zwei Eingänge, zwei Ausgänge). Seine Aufgabe
Er führt die beiden ankommenden korrespondierenden Adern weiter — und vertauscht (kreuzt) sie bei jeder Betätigung. Dadurch ändert sich der durchgehende Strompfad, egal an welcher Stelle der Schaltung gedrückt wird. Genau dieses „Kreuzen" gibt der Schaltung ihren Namen.
Die drei Schaltertypen nicht verwechseln
- Ausschalter — 1 Schließer, eine Stelle.
- Wechselschalter — 3 Anschlüsse, gehören an die beiden Enden.
- Kreuzschalter — 4 Anschlüsse, gehören in die Mitte.
Schritt für Schritt
Die Kreuzschaltung erweitert die Wechselschaltung um eine dritte und jede weitere Schaltstelle. An den Enden sitzen zwei Wechselschalter, dazwischen ein oder mehrere Kreuzschalter. Sie ist als „verstehen und vorbereiten" gedacht — die Ausführung gehört in die Hand einer Elektrofachkraft, und wer selbst arbeitet, hält die fünf Sicherheitsregeln ein.
Fünf Sicherheitsregeln anwenden
Freischalten, sichern, Spannungsfreiheit feststellen.
Die Enden als Wechselschalter aufbauen
S1 und der letzte Schalter (S3) sind ganz normale Wechselschalter wie in der Wechselschaltung: Außenleiter an die gemeinsame Klemme von S1, geschaltete Phase ab der gemeinsamen Klemme von S3 zur Leuchte.
Kreuzschalter einschleifen
Der Kreuzschalter sitzt zwischen den beiden Wechselschaltern. Die zwei korrespondierenden Adern gehen auf der Eingangsseite rein und auf der Ausgangsseite wieder raus — der Schalter „kreuzt" sie bei jeder Betätigung. Das Schaltbild zeigt die vier Anschlüsse.
Weitere Schaltstellen ergänzen
Für jede zusätzliche Schaltstelle wird ein weiterer Kreuzschalter in die beiden korrespondierenden Adern eingeschleift. So lassen sich vier, fünf oder mehr Stellen realisieren.
Einbauen und testen
Alle Schalter einsetzen und montieren. Jeder Schalter — egal welcher — muss die Leuchte unabhängig umschalten.
Die moderne Alternative: Stromstoßschalter
Je mehr Schaltstellen, desto aufwendiger wird die klassische Kreuzschaltung — viele Adern, lange Leitungswege. Ab etwa vier bis fünf Stellen ist oft eine andere Lösung praktischer
Der Stromstoßschalter (auch Eltako oder Taster-Relais) im Verteiler wird über einfache Taster angesteuert. Jeder Tastendruck — von beliebig vielen Stellen — kippt das Relais um. Vorteile
- beliebig viele Schaltstellen mit nur je einem Taster und einer Steuerader,
- einfache Erweiterung um weitere Taster,
- gut kombinierbar mit Zeitschaltung, Smart Home und Zentral-Aus.
Für drei Stellen bleibt die Kreuzschaltung meist die einfachste Wahl; bei mehr Stellen lohnt der Blick auf den Stromstoßschalter. Beides gehört an der festen Installation in Fachhand.
Wenn es nicht funktioniert
Ein Schalter schaltet nicht mit. Am Kreuzschalter sind Ein- und Ausgang vertauscht oder eine Ader liegt auf der falschen Klemme. Die vier Anschlüsse gegen das Schaltbild prüfen.
Das Licht reagiert unlogisch. Meist wurde ein Wechselschalter als Kreuzschalter verwendet oder umgekehrt. Die Schaltertypen kontrollieren — ein Kreuzschalter hat vier Anschlüsse, ein Wechselschalter drei.
Die Sicherung fliegt. Kurzschluss. Sofort freischalten und die Verdrahtung von der Fachkraft prüfen lassen.
Häufige Fragen
Eine Schaltung, mit der eine Leuchte von drei oder mehr Stellen geschaltet wird — etwa ein langer Flur mit drei Türen. Sie kombiniert zwei Wechselschalter mit Kreuzschaltern dazwischen.
Der Kreuzschalter hat vier Anschlüsse und vertauscht die beiden durchlaufenden korrespondierenden Adern bei jeder Betätigung. Dadurch ändert sich der Schaltzustand, egal welcher Schalter gedrückt wird.
Beliebig viele: zwei Wechselschalter an den Enden, dazwischen so viele Kreuzschalter wie Schaltstellen benötigt werden.
Arbeiten an der festen 230-V-Installation sind grundsätzlich Sache einer Elektrofachkraft (§ 13 NAV). Die Anleitung dient dem Verständnis und der Vorbereitung.