Tasterschaltung mit Stromstoßschalter
Bei der Tasterschaltung lösen mehrere parallel geschaltete Taster ein Stromstoßrelais (Stromstoßschalter) in der Verteilung aus. Jeder Tastendruck — von beliebig vielen Stellen — kippt das Relais um und schaltet die Leuchte. Ab drei Schaltstellen ist das wirtschaftlicher und einfacher erweiterbar als eine Kreuzschaltung. Arbeiten in der Unterverteilung gehören in die Hand einer Elektrofachkraft.
Du arbeitest an der Hausinstallation. Halte die fünf Sicherheitsregeln in genau dieser Reihenfolge ein:
- 1Freischalten — Sicherung raus bzw. Leitungsschutzschalter aus
- 2Gegen Wiedereinschalten sichern — Klebeband und Hinweis am Verteiler
- 3Spannungsfreiheit feststellen — mit zweipoligem Spannungsprüfer, nie mit dem Phasenprüfer-Schraubendreher
- 4Erden und kurzschliessen — bei Hausinstallationen i. d. R. entbehrlich
- 5Benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken
Werkzeug & Material
- Zweipoliger Spannungsprüfer — Pflicht
- Stromstoßrelais — z. B. Eltako S12-100 (230 V)
- Taster (Schließer) — je Schaltstelle einer
- Schraubendreher-Satz — isoliert
- NYM-J 3×1,5 mm² — Steuerleitung zu den Tastern
Wie viele Schaltstellen brauchst du?
Bevor du zur Tasterschaltung greifst, lohnt der Blick auf die Zahl der Schaltstellen — danach richtet sich die sinnvollste Lösung:
- Eine Stelle — die einfache Ausschaltung mit einem Lichtschalter genügt.
- Zwei Stellen — die Wechselschaltung mit zwei Wechselschaltern.
- Drei Stellen — entweder eine Kreuzschaltung (zwei Wechsel- plus ein Kreuzschalter) oder bereits eine Tasterschaltung.
- Vier und mehr Stellen — hier ist die Tasterschaltung mit Stromstoßrelais klar im Vorteil: günstiger, übersichtlicher und beliebig erweiterbar.
Der Grund
Bei der Kreuzschaltung wächst der Aufwand mit jeder Stelle (zusätzliche Kreuzschalter, dicke Leitungsbündel). Bei der Tasterschaltung kommt pro Stelle nur ein einfacher Taster mit einer dünnen Steuerader dazu — das zentrale Relais bleibt dasselbe.
So funktioniert das Stromstoßrelais
Das Herzstück ist der Stromstoßschalter (auch Stromstoßrelais oder, nach einem verbreiteten Hersteller, „Eltako"). Er sitzt nicht in der Wand, sondern auf der Hutschiene in der Unterverteilung und besteht aus zwei Teilen:
- einer Spule mit den Steuerklemmen A1/A2, die von den Tastern angesteuert wird,
- einem Arbeitskontakt mit den Lastklemmen 1/2, der die Leuchte schaltet.
Das Relais ist bistabil
Jeder kurze Stromimpuls auf die Spule — also jeder Tastendruck — kippt seinen Zustand um: aus wird ein, ein wird aus. Weil alle Taster parallel auf dieselbe Spule wirken, ist es völlig egal, von welcher Stelle gedrückt wird. Genau das macht die Schaltung beliebig erweiterbar: Ein weiterer Taster wird einfach mit an die Steuerader gehängt.
Schritt für Schritt
Die Schritte sind als „verstehen und vorbereiten" gedacht. Die Verdrahtung in der Unterverteilung gehört in die Hand einer Elektrofachkraft; wer im Wohnraum an den Tastern arbeitet, hält zwingend die fünf Sicherheitsregeln ein.
Fünf Sicherheitsregeln anwenden
Freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit mit dem zweipoligen Spannungsprüfer feststellen. In der Unterverteilung wird erst gearbeitet, wenn der Stromkreis nachweislich spannungsfrei ist.
Stromstoßrelais in der Verteilung setzen
Das Relais wird auf die Hutschiene im Verteiler aufgeschnappt. Die Spule (A1/A2) wird über die Taster angesteuert, der Arbeitskontakt (1/2) schaltet die Leuchte. Das Schaltbild zeigt das Zusammenspiel von Last- und Steuerkreis.
Das Aufschnappen und Anklemmen des Stromstoßrelais im Verteiler ist Arbeit an der festen Installation hinter der Sicherung — lebensgefährlich und gesetzlich dem Fachbetrieb vorbehalten (§ 13 NAV). Du kannst Taster-Positionen und Leitungswege planen; die Verteilung übernimmt der Elektriker.
Taster parallel verdrahten
Alle Taster werden parallel an die Spule (A1) gelegt, A2 bekommt den Neutralleiter. Jeder zusätzliche Taster wird einfach mit eingeschleift — daher die freie Erweiterbarkeit. Für die Steuerader genügt ein dünner Querschnitt.
Lastkreis anklemmen
Über den Arbeitskontakt (1/2) läuft die geschaltete Phase zur Leuchte. Neutralleiter (blau) und Schutzleiter (grün-gelb) führen direkt zur Leuchte. Der Lastkreis ist von der Tasterspannung getrennt.
Sicherung ein und testen
Sicherung wieder einschalten und prüfen: Jeder Taster schaltet die Leuchte unabhängig ein und aus, egal von welcher Stelle und egal, was die anderen Taster vorher getan haben.
Treppenlicht-Zeitschalter als Variante
Eine nahe Verwandte der Tasterschaltung ist der Treppenlichtautomat (Treppenlicht-Zeitschalter). Er wird genauso über parallele Taster angesteuert, schaltet das Licht aber nach einer eingestellten Zeit automatisch wieder aus — ideal im Treppenhaus, wo das Licht sonst gern brennen bleibt.
Gute Geräte bieten zwei Komfortfunktionen
Eine Nachlaufzeit von typisch 1–7 Minuten und eine Vorwarnung, bei der das Licht kurz vor dem Abschalten dimmt oder flackert, damit man auf der Treppe nicht im Dunkeln steht. Verdrahtet wird er nach demselben Prinzip wie das Stromstoßrelais: Taster auf die Steuerklemme, Last über den Schaltkontakt.
230-V-Spule oder Kleinspannung im Altbau
Stromstoßrelais gibt es für unterschiedliche Steuerspannungen — das ist beim Nachrüsten in Altbauten wichtig:
- 230-V-Spule — heute der Standard. Die Taster schalten direkt die Netzspannung auf die Spule.
- 8- oder 12-V-Kleinspannung — in älteren Anlagen verbreitet, gespeist über einen Klingeltrafo. Erkennbar an den dünnen Steuerleitungen und dem Trafo in der Verteilung.
Vorsicht beim Tausch
Ein 230-V-Relais an einer für Kleinspannung ausgelegten Tasterverdrahtung (oder umgekehrt) funktioniert nicht und kann gefährlich werden. Welche Variante vorliegt, stellt die Fachkraft im spannungsfreien Zustand fest, bevor ein neues Relais eingebaut wird.
Material: das passende Relais
Für die meisten Wohnungs- und Hausinstallationen genügt ein einfaches Hutschienen-Relais. Worauf es beim Kauf ankommt:
- Steuerspannung — meist 230 V (zur vorhandenen Tasterverdrahtung passend).
- Schaltleistung — ausreichend für die angeschlossene Last; bei vielen LED-Leuchten auf die zulässige Zahl der Vorschaltgeräte achten (Einschaltstromspitzen).
- Baubreite — Teilungseinheiten (TE) auf der Hutschiene; ein Standardrelais belegt 1 TE.
- Zusatzfunktionen — manche Geräte bieten Zeit- und Zentral-Aus-Funktion oder einen Handschalter.
Ein gängiges Beispiel ist das Eltako S12-100 mit 230-V-Spule (Klemmen A1/A2) und einem Schließer (1/2). Die genaue Auswahl und den Anschluss übernimmt die Elektrofachkraft passend zur vorhandenen Anlage.
Wenn es nicht funktioniert
Das Licht reagiert auf keinen Taster. Meist bekommt die Spule (A1/A2) keinen Impuls — Steuerleitung oder Tasteranschluss prüfen. Auch ein falsches Relais (Spannung passt nicht) kommt infrage.
Das Relais „klappert" oder schaltet flatternd. Häufig ein Dauerkontakt statt eines Impulses — ein klemmender Taster oder ein als Schalter statt Taster verbautes Bauteil. Es müssen Taster (Schließer) sein, keine rastenden Schalter.
LED-Leuchten glimmen nach. Wie bei anderen Schaltungen kann das an der Last liegen; ein Relais mit passender LED-Eignung oder ein Lastausgleich schafft Abhilfe.
Manche Stellen schalten nicht mit. Ein Taster ist nicht korrekt parallel eingeschleift. Im spannungsfreien Zustand die Steuerader an allen Tastern kontrollieren (Fachkraft).
Häufige Fragen
Ab etwa drei bis vier Schaltstellen. Statt aufwendiger Kreuzschalter und vieler Adern genügen einfache Taster mit einer Steuerader und ein zentrales Stromstoßrelais — günstiger zu erweitern und übersichtlicher.
Das Stromstoßrelais ist ein bistabiler Schalter: Jeder kurze Impuls auf die Spule (Tastendruck) kippt seinen Zustand von ein auf aus oder umgekehrt. So steuern beliebig viele parallele Taster eine Leuchte.
Ein Schalter rastet in seiner Stellung ein, ein Taster gibt nur einen kurzen Impuls und springt zurück. Die Tasterschaltung braucht Taster (Schließer), keine Schalter.
Arbeiten in der Unterverteilung an 230 V sind der eingetragenen Elektrofachkraft vorbehalten (§ 13 NAV). Diese Anleitung erklärt Funktion und Aufbau zum Verstehen und Vorbereiten.
Ein Treppenlichtautomat ist eine Variante, die das Licht nach einer eingestellten Zeit automatisch wieder ausschaltet — praktisch im Treppenhaus. Er wird ähnlich wie das Stromstoßrelais über Taster angesteuert.
Ja. In Altbauten finden sich teils 8- oder 12-V-Varianten, die über einen Klingeltrafo gespeist werden. Heute üblich ist die 230-V-Spule. Welche Variante vorliegt, klärt die Fachkraft vor dem Umbau.