kWp in kWh umrechnen — PV-Ertrag berechnen
Wie viel kWh bringt eine Photovoltaik-Anlage? kWp in kWh Jahresertrag umrechnen — mit Region, Ausrichtung und Nutzen.
Anlagenleistung, Region und Ausrichtung wählen — der Jahresertrag erscheint sofort.
Was ist ein kWp — und warum ist es keine Energiemenge?
Die Einheit kWp (Kilowatt Peak) beschreibt die Nennleistung einer Photovoltaik-Anlage. Sie gilt bei Standardbedingungen mit 1.000 W/m² Einstrahlung und 25 °C Modultemperatur, die in der Praxis selten auftreten. Die kWh ist dagegen die Energie, die du übers Jahr erntest. Die Brücke zwischen beiden sind die jährlichen Volllaststunden, also der spezifische Ertrag in kWh je kWp.
Die Formel
Beispiel: 10 kWp in Mitteldeutschland (1.000), nach Süden (Faktor 1,0): 10 × 1.000 = 10.000 kWh pro Jahr. Als Ost-West-Anlage (0,85) wären es 8.500 kWh.
Jahresertrag nach Anlagengröße
| Anlage | Süd, Mitte (1.000) | Ost-West (850) | Nord-Deutschland Süd (950) |
|---|---|---|---|
| 2 kWp (Balkon/Kleinanlage) | 2.000 kWh | 1.700 kWh | 1.900 kWh |
| 5 kWp | 5.000 kWh | 4.250 kWh | 4.750 kWh |
| 8 kWp | 8.000 kWh | 6.800 kWh | 7.600 kWh |
| 10 kWp | 10.000 kWh | 8.500 kWh | 9.500 kWh |
| 15 kWp | 15.000 kWh | 12.750 kWh | 14.250 kWh |
Im Jahresverlauf
Der Ertrag verteilt sich sehr ungleich: Im Sommerhalbjahr (April bis September) fallen grob 70 bis 75 % an, im Dezember oft nur 3 %. Für Eigenverbrauch und Speicher bedeutet das: Im Winter reicht die Anlage selten für den Hausbedarf. Wer den Jahresertrag teilt, kommt auf Durchschnittswerte, die für Planung und Wirtschaftlichkeit taugen, aber nicht für einzelne Monate.
Einsparung und Vergütung
Eigenverbrauchter Strom spart den Strombezug, aktuell oft 30 bis 40 ct/kWh. Eingespeister Strom wird nach EEG vergütet, derzeit im einstelligen Cent-Bereich. Welchen Satz du erhältst, hängt vom Inbetriebnahmedatum ab. Der Rechner zeigt dir beide Posten und den Gesamtnutzen pro Jahr. Eine vollständige Wirtschaftlichkeitsrechnung mit Kosten und Amortisation findest du im Photovoltaik-Rechner.
Häufige Fehler
kWp mit kWh gleichsetzen. 10 kWp heißen nicht 10 kWh, sondern rund 10.000 kWh im Jahr.
Mit dem Spitzenwert rechnen. Die Nennleistung wird nur selten erreicht. Planen solltest du mit dem Jahresdurchschnitt.
Verschattung vergessen. Schornstein, Bäume oder Gauben senken den Ertrag stärker als erwartet, besonders im Winter.
Die Alterung ignorieren. Module verlieren jedes Jahr etwas Leistung. Über 20 Jahre sind es einige Prozent.
Quellen
- Photovoltaic Geographical Information System (PVGIS) der EU-Kommission: Einstrahlungsdaten für Deutschland.
- EEG: Einspeisevergütung (Sätze sind zeitabhängig, aktuelle Werte bei der Bundesnetzagentur).
Häufige Fragen
Die Anlagenleistung in kWp mal die jährlichen Volllaststunden: kWh = kWp × kWh/kWp. In Deutschland sind es je nach Region und Ausrichtung etwa 700 bis 1.100 kWh pro kWp und Jahr. Eine 10-kWp-Anlage bringt in der Mitte Deutschlands rund 10.000 kWh.
Kilowatt Peak: die Spitzenleistung der Module unter Standardtestbedingungen. Sie sagt nichts über den Ertrag, dafür braucht es Einstrahlung, Ausrichtung und Verluste.
Süddeutschland mit optimaler Ausrichtung rund 1.100, Mitte etwa 1.000, Norden ungefähr 950. Ost-West-Anlagen liefern etwa 15 % weniger, Nord-Dächer deutlich weniger.
Ohne Speicher meist 25 bis 35 %, mit Speicher 55 bis 70 %. Das hängt von Haushaltsgröße, Wärmepumpe oder E-Auto und Anwesenheit ab.
Es sind Schätzwerte. Wetter, Verschattung, Modultemperatur, Wechselrichter und Alterung (rund 0,3 bis 0,5 % pro Jahr) verändern den Ertrag. Die Vergütungssätze ändern sich regelmäßig.