NAS einrichten

Geprüft & aktualisiert am 09.10.2026 haustechnikberater-Redaktion →
Kurz gesagt

Ein NAS (Network Attached Storage) ist ein Netzwerkspeicher, auf den alle Geräte im Haus zugreifen — für Dateien, Fotos, Backups und Medien. Du hast die Wahl zwischen einem Fertig-NAS (einfach, stromsparend), einem Eigenbau (flexibel, leistungsstark) oder einem Raspberry Pi (günstig, für kleine Datenmengen). Wichtig sind von Anfang an eine sinnvolle RAID-Wahl gegen Plattenausfall und eine echte Backup-Strategie — denn RAID ersetzt kein Backup.

Schwierigkeit Mittel
Dauer —
Materialkosten ab ~ 150 €
Selbst machen? Ja, gut selbst machbar
Pflicht-Werkzeug NAS-Hardware & Festplatten

Werkzeug & Material

  • NAS-Hardware — Fertig-NAS, Eigenbau oder Raspberry Pi
  • Festplatten (NAS-geeignet) — möglichst gleich groß
  • Netzwerkanbindung — per LAN ans Heimnetz
  • Backup-Ziel — externe Platte oder Cloud

Was ein NAS leistet

Ein NAS (Network Attached Storage) ist ein kleiner, immer laufender Speicher im Heimnetz, auf den alle Geräte zugreifen — für Dokumente, Fotos, Medien und vor allem Backups. Statt USB-Platten herumzutragen, liegen die Daten zentral, sind von überall im Haus erreichbar und lassen sich automatisch sichern. Mit Zusatz-Apps wird das NAS schnell zur Foto-Cloud, zum Medienserver oder zur Backup-Zentrale.

Fertig-NAS, Eigenbau oder Raspberry Pi?

Optionstark beiGrenze
Fertig-NASeinfach, stromsparend, App-Ökosystemweniger flexibel, Anschaffung
Eigenbau (TrueNAS/Unraid)Leistung, Flexibilität, ZFSmehr Einrichtungsaufwand
Raspberry Pi + USB-Plattegünstig, sparsamfür kleine Datenmengen/wenige Nutzer

Für den unkomplizierten Einstieg ist ein Fertig-NAS ideal. Wer schon einen Proxmox-Server hat, betreibt TrueNAS als VM mit durchgereichten Festplatten. Ein Raspberry Pi eignet sich für eine einfache Dateiablage oder ein kleines Backup-Ziel.

RAID-Grundlagen

RAID verteilt Daten über mehrere Festplatten, sodass der Ausfall einer Platte den Betrieb nicht stoppt:

  • RAID 1 (Spiegel): zwei Platten, identischer Inhalt. Eine darf ausfallen. Einfach, halbiert die nutzbare Kapazität.
  • RAID 5 / RAID-Z1: ab drei Platten, eine Platte Parität. Gute Balance aus Kapazität und Sicherheit.
  • RAID 6 / RAID-Z2: zwei Platten dürfen ausfallen — sinnvoll bei vielen oder großen Platten.

Der wichtigste Satz zum Thema

RAID ist kein Backup. Es schützt vor dem Hardware-Defekt einer Platte, nicht vor versehentlichem Löschen, Ransomware oder Diebstahl. Beides braucht es: RAID für die Verfügbarkeit, ein echtes Backup für die Sicherheit.

Freigaben einrichten

Damit die Geräte zugreifen, gibst du Ordner im Netz frei:

  • SMB — der Standard für Windows, macOS und Linux. Das NAS erscheint als Netzlaufwerk.
  • NFS — schlank, vor allem in Linux-Umgebungen.
  • Benutzer & Rechte: getrennte Konten und Ordnerrechte statt eines „Alle dürfen alles" — gerade bei mehreren Personen sinnvoll.

Für den Zugriff von unterwegs nicht das NAS offen ins Internet stellen, sondern über ein VPN ins Heimnetz gehen (siehe Self-Hosting: WireGuard).

Backup-Strategie: die 3-2-1-Regel

Eine bewährte Faustregel für sichere Daten

3 Kopien der Daten, auf 2 verschiedenen Medien, 1 davon außer Haus. Das NAS ist Kopie eins; ein zusätzliches Backup auf eine externe Platte oder in eine (verschlüsselte) Cloud erfüllt den Rest. Automatisiere die Sicherung, damit sie nicht vergessen wird, und prüfe ab und zu, ob sich ein Backup wirklich wiederherstellen lässt.

NAS und Self-Hosting

Ein NAS ist oft der Einstieg ins Self-Hosting: Viele Geräte bringen einen App-Store für Dienste wie Foto-Verwaltung, Mediaserver oder eine eigene Cloud mit. Wer mehr Kontrolle will, kombiniert das NAS mit einem Proxmox-Server und betreibt Dienste wie Nextcloud, Pi-hole oder WireGuard in Containern — das NAS liefert den sicheren Speicher dazu.

AnzeigeProduktempfehlung (Phase 2) — neutral gestaltet, klar gekennzeichnet, redaktionell ausgewählt.

Häufige Fragen

Fertig-NAS (z. B. von Synology/QNAP) ist am einfachsten und stromsparend. Ein Eigenbau (oft mit TrueNAS/Unraid) ist flexibler und leistungsstärker. Ein Raspberry Pi mit USB-Platte ist günstig, aber für große Datenmengen und mehrere Nutzer begrenzt.

RAID verteilt Daten über mehrere Platten und fängt einen Plattenausfall ab. RAID 1 (Spiegel) für zwei Platten, RAID 5/6 oder ZFS-Pools für mehr. Wichtig: RAID schützt vor Hardware-Ausfall, nicht vor versehentlichem Löschen — ein Backup bleibt Pflicht.

Nein. RAID hält den Betrieb bei einem Plattendefekt aufrecht, schützt aber nicht vor Löschen, Verschlüsselung (Ransomware) oder Diebstahl. Echte Sicherung heißt: zusätzliche Kopie an einem anderen Ort (3-2-1-Regel).

Im Heimnetz über Netzwerkfreigaben (SMB/NFS) als Laufwerk, oder über die Weboberfläche des NAS. Zugriff von unterwegs am besten über ein VPN ins Heimnetz statt das NAS offen ins Internet zu stellen.

Ja, TrueNAS läuft gut als VM unter Proxmox, wenn der Festplatten-Controller bzw. die Platten an die VM durchgereicht werden. So teilen sich NAS und andere Dienste eine Hardware.

Passende Inhalte

HB
haustechnikberater-Redaktion
KI-gestützte Fachredaktion

haustechnikberater.com ist eine KI-gestützte Fachredaktion. Wir recherchieren jeden Rechner und jede Anleitung gegen die einschlägigen Normen (DIN VDE, DIN EN), anerkannte Tabellenwerke und Herstellerangaben und legen die Quellen auf der Seite offen. Wir führen selbst keine Arbeiten aus und ersetzen keine Elektrofachkraft — wir erklären die Zusammenhänge nachvollziehbar und sagen klar, wo eine Fachkraft ran muss.