FI-Schalter löst aus — Ursachen und Fehlersuche
FI am Kasten ausschalten, alle Leitungsschutzschalter ausschalten, FI einschalten und die Leitungsschutzschalter nacheinander einschalten. Fällt der FI bei einem Kreis, Geräte dieses Kreises einzeln abstecken. Löst der FI ohne angeschlossene Last aus, Elektrofachkraft rufen.
Du arbeitest an der Hausinstallation. Halte die fünf Sicherheitsregeln in genau dieser Reihenfolge ein:
- 1Freischalten — Sicherung raus bzw. Leitungsschutzschalter aus
- 2Gegen Wiedereinschalten sichern — Klebeband und Hinweis am Verteiler
- 3Spannungsfreiheit feststellen — mit zweipoligem Spannungsprüfer, nie mit dem Phasenprüfer-Schraubendreher
- 4Erden und kurzschliessen — bei Hausinstallationen i. d. R. entbehrlich
- 5Benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken
Werkzeug & Material
- Taschenlampe — für den Sicherungskasten
- Liste der Stromkreise — welche Steckdose wohin
Was ein FI-Schalter macht
Der FI-Schutzschalter (auch RCD oder Fehlerstrom-Schutzeinrichtung) vergleicht den Strom, der in einen Stromkreis hinein- und herausfließt. Fließt ein Teil davon über einen anderen Weg ab, etwa durch einen Menschen oder ein defektes Gerät, schaltet er in Millisekunden ab. Mit 30 mA Auslösestrom schützt er vor lebensgefährlichen Stromschlägen. Anders als der Leitungsschutzschalter (siehe Sicherung fliegt raus) kümmert er sich nicht um Überlast.
Typische Ursachen
| Ursache | Wie sie auffällt | Maßnahme |
|---|---|---|
| Defektes Gerät (Isolationsfehler) | FI fällt, sobald das Gerät läuft oder eingesteckt wird | Gerät reparieren oder ersetzen |
| Feuchtigkeit (Außensteckdose, Keller, Bad) | FI fällt bei Regen oder nach Duschen | Steckdose trocknen, Fachkraft prüft Dichtigkeit |
| Summe vieler Ableitströme | FI fällt zufällig, besonders bei vielen Netzteilen und Geräten | Verbraucher auf mehrere FI-Kreise verteilen |
| Beschädigte Leitung (Nagel, Nager) | FI fällt ohne erkennbares Gerät | Fachkraft misst die Isolation |
| Alter oder defekter FI | FI fällt ohne Last | Fachkraft prüft und tauscht |
Schritt für Schritt: Fehler eingrenzen
Geräte abstecken
Ziehe alle erreichbaren Stecker an den Steckdosen des betroffenen Bereichs. Auch Mehrfachsteckdosen, Netzteile und Geräte im Standby.
Alle Leitungsschutzschalter ausschalten
Schalte im Sicherungskasten alle LS-Schalter aus, lasse den FI aber stehen. Lege den FI-Hebel wieder um.
FI einschalten
Bleibt der FI jetzt eingeschaltet, liegt der Fehler in einem der angeschlossenen Kreise. Fällt er sofort wieder, ist der FI selbst oder die Verteilung defekt: Fachkraft rufen.
Stromkreise einzeln zuschalten
Schalte einen LS nach dem anderen ein und warte jeweils eine Minute. Der Kreis, bei dem der FI fällt, enthält den Fehler.
Geräte dieses Kreises einzeln anschließen
Stecke die abgesteckten Geräte nacheinander wieder ein. Löst der FI bei einem bestimmten Gerät aus, ist es defekt, etwa Wasserkocher oder Waschmaschine.
Wenn kein Gerät schuld ist
Dann liegt der Fehler in der Leitung oder Steckdose. Hier ist eine Isolationsmessung durch die Elektrofachkraft nötig.
Wie sich der FI vom Leitungsschutzschalter unterscheidet
| FI-Schutzschalter (RCD) | Leitungsschutzschalter (LS) | |
|---|---|---|
| Schutz vor | Stromschlag durch Fehlerströme | Überlast und Kurzschluss |
| Auslösung | ab 30 mA Fehlerstrom | nach Nennstrom, z. B. 16 A |
| Position | meist vor den Stromkreisen | je Stromkreis |
| Testtaste | ja, T-Taste | nein |
Hier hört der Eigenversuch auf
FI fällt ohne angeschlossene Geräte. Fehler in der Installation. Elektrofachkraft rufen.
Außensteckdose oder Garten betroffen. Leitungen im Erdreich oder Feuchtigkeit gehören in Fachhände.
Brandgeruch oder verfärbte Steckdose. Stromkreis ausschalten und Fachbetrieb oder Feuerwehr rufen.
Quellen
- DIN VDE 0100-410: Schutz gegen elektrischen Schlag; DIN VDE 0100-530.
- DGUV Vorschrift 3: Arbeiten nur durch Elektrofachkräfte.
Häufige Fragen
Er schaltet ab, wenn Strom unplanmäßig gegen Erde fließt (Fehlerstrom ab 30 mA). Typische Ursachen sind defekte Geräte, Feuchtigkeit, beschädigte Leitungen oder viele kleine Ableitströme.
Wasserkocher, Herd, Waschmaschine, Geschirrspüler, Trockner, Heizlüfter und Geräte im Außenbereich. Auch alte Netzteile und Verlängerungskabel mit Wasserschaden.
Nein. Der FI schützt vor lebensgefährlichem Stromschlag. Wer ihn dauerhaft abschaltet, riskiert Menschenleben und den Versicherungsschutz.
Der Hersteller empfiehlt, die Prüftaste etwa alle sechs Monate zu drücken: Der FI muss auslösen. Danach wieder einschalten.
Wenn der FI ohne angeschlossene Last fällt, nach jedem Einschalten sofort auslöst oder du keinen Kreis eingrenzen kannst. Dann liegt ein Fehler in der Installation vor.